Ein Team um Hans-Jörg Enz modernisiert ein auf Friedensjournalismus eingestelltes Radio in Bukavu (Demokratische Republik Kongo): Das Radio Maendeleo. Hier die Berichte.
Was kann man vom Fliegen schon berichten? Dass man immer wieder unnötig lang anstehen muss, um an Röntgengeräten den Deziliter „Antibrumm forte“ in einem Plastikbeutel durchleuchten zu lassen? Dass es wohl keinen schlechter ausgeschilderten Flughafen gibt, als den von Brüssel? Oder dass einem in Zürich die Kollegin am Check-In-Helpdesk aus den SUVA-Vorschriften vorliest, weil der mit Hilfsgütern beladene Koffer 35,7 Kilo wiegt, statt der maximal 32 Kilo, die man einem Kofferträgerrücken zumuten kann? Sicher, man könnte darüber berichten, aber die Zeilen des Tages widmen wir Henry, dem wohl unaufgeregtesten und freundlichsten Visumsschalterbeamten in Entebbe. 2 Minuten, nachdem wir Afrika zum ersten Mal betreten haben, blättert Henry unsere Pässe durch und fragt lachend, warum wir Anfänger für 30 Minuten Transit in Uganda ein Visum beantragt hätten. Die ugandische Vertretung in Genf sah das ja ganz anders und hat die Devisen gern eingesackt… Unser Henry aber winkt weiter mit den Pässen, verspricht hoch und heilig, er werde sich um unser Gepäck kümmern und führt uns an allen Kontrollen vorbei ins Flughafenkaffee. Irgendwann, als alle schon ein bisschen nervös sind, kommt Henry - dank gelber Signalweste von weitem sichtbar - mit allen Pässen und Bordkarten zurück. Mit allen? Nein, meine Dokumente gingen natürlich vergessen. „Oh sorry, Mister Thomas, don’t worry, i’ll be back in 5 minutes!!“ Wir haben‘s dann easy auf den 3. Und letzten Flug dieses langen Tages geschafft und das Novotel in Kigali war auch ohne Moskitonetz ein Ort, der noch etwas von der alten Welt hatte und den erwarteten Kulturschock etwas aufschob…
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